UNSER SOLLN

Vor- und Frühgeschichte

1972 haben Kinder Ecke Gulbransson-/Weltestraße zwei Körpergräber (Hockerbestattung) aus der Frühbronzezeit gefunden. Das Landesamt für Denkmalpflege gibt „als gesichert“ die Datierung 17./16. vorchristliche Jahrhundert an. (Zum Vergleich: „Zeitgenosse“ war König Hammurabi in Babylon, Pharao Tutanchamun wird erst drei Jahrhunderte später geboren. Der Schmuck ist in der Dauerausstellung (Saal 2) der Prähistorischen Staatssammlung in der Lerchenfeldstraße ausgestellt, die Knochen sind in der Anthropologischen Staatssammlung aufbewahrt.

Es wurde vermutet, dass es sich um eine Gräbergruppe gehandelt hat. „ Und tatsächlich wurde ein Jahr später ca. 25 Meter von der ersten Fundstelle entfernt das frühbronzezeitliche Grabe eines Mannes entdeckt.“ (Sand 1999, Seite 24)

Da man davon ausgeht, „dass die Menschen der Bronzezeit bereits sesshaft geworden und Bauern und Viehzüchter waren, können wir auch annehmen, dass in der Parkstadt Solln vor 3700 Jahren Menschen ihre Hütten oder Häuser errichtet haben.“ (Körner 1999, Seite 9).

Um 1600 v. Chr. änderte sich die Bestattung der Toten: Der Leichnam wurde ausgestreckt auf den Boden gebettet, ringsum wurde Steine gelegt, darüber ein Brett und ein Grabhügel im Durchmesser von acht bis zehn Metern und einer Höhe von einem halben Meter errichtet. In der Garatshauser Straße wurden vier Grabhügel aus dieser Epoche zerstört, ebenso beim Bahnbau südöstlich vom Bahnhof einige Hügel.

Warum ab 1200 v. Chr. die Toten auf einmal verbrannt und ihre Asche in Urnen beigesetzt wurden, weiß man nicht. Ein Urnenfriedhof ist in Solln nicht gefunden worden.

Aus der Hallstattzeit (circa 750 bis 500 v. Chr.) allerdings finden wir wieder ein Grab in Solln, in der Bichler Straße. Es wurde wieder in Erdgräbern bestattet.

Obwohl es viele Keltenschanzen im südlichen Bereich von München, meist rechts der Isar, gibt – in Solln sind keine Funde aus der Keltenzeit (500 bis 15 v. Chr.) zu sehen. Auch für die spätere Römer- und Bajuwarenzeit haben wir keine Spuren in Solln, auch wenn nur einige Kilometer südlich (im Forstenrieder Park) die Römerstraße von Augsburg nach Salzburg führte. Atzenbeck (1970, Seite 2) schreibt: „Es wird nämlich angenommen, daß Solln zu den Waldrodungen aus der ersten Zeit der baierischen Landnahme gehört.“

Nach 900 beginnt der Eintritt Sollns in die Geschichte.
Hermann Sand

Literatur

  • Aenne Atzenbeck, Solln wie es war, München 1970
  • Theodor Körner, Vorgeschichte und Frühgeschichte Solln, Sollner Hefte 19, München 1999
  • Hermann und Ingrid Sand (Hrsg.), Solln.
    Das Stadtviertelbuch, München 1999